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Loccum & Herrenhausen

Das Vikariat ist auf jeden Fall von der Spannung geprägt zum einen im Predigerseminar zu sein für mehrere Woche, wie jetzt zu Beginn: 3 Wochen und zum anderen in der Gemeinde zu sein. Das wird keine leichte Herausforderung mit den Sprüngen zwischen diesen beiden Orten zurecht zu kommen, aber es ist auch sehr spannend.

Loccum: Es ist ein besonderer Ort, gefühlt ist es Hogwarts! In der Nähe des Steinhuder Meeres gelegen, befindet sich das Kloster Loccum in einer wunderschönen Landschaft, die zum entspannen einlädt. Zwischen den Wochenenden müssen wir nach Hause fahren und doch ist man mit den Gedanken ein wenig in Loccum. Die Tage sind von festen Strukturen geprägt und man gewöhnt sich sehr schnell daran. Die Arbeitseinheiten sind vielfältig und spannend, da endlich die Theorie mit der Praxis verknüpft wird. Bereits in der Einführungswoche haben wir viel praktisches ausprobiert bzw. über die Praxis gesprochen: Was sind die bisherigen Erfahrungen in der Gemeinde? Was sind meine Schwerpunkte? Was erwarte ich vom Vikariat? Was erwarten die Menschen von mir als angehende Pastoren und was für eine pastorale Identität habe ich? In Diskussions- & Gesprächsrunden ging es um diese verschiedenste Themen und man durfte auch in Rollen reinschlüpfen.

In der 2. Woche in Loccum ging es bereits um das Thema: Gottesdienst. Wie ist ein Gottesdienst aufgebaut, wie kann er variieren und welche Formen kennen wir bereits? Die Woche war seeehr praktisch, da wir in jeder Einheit als Kleingruppe etwas geübt haben: Wie kann die Lesung gestaltet werden? Von wo kann ich predigen? Was ist der 3. liturgische Ort? Wie funktioniert ein Segen und was muss ich alles beachten? Bisher dachte ich immer: Super! Das bekommst du gut hin, denn du hast ja viele Gottesdienste besucht, aber ich muss sagen: Es sieht leichter aus als es ist…

Ich stehe im Talar in der Kapelle und spreche die Einsetzungsworte, achte dabei auf die richtigen Drehungen, auf die richtigen Formulierungen und dann…wann schlage ich bloß das Kreuz? Ebenso beim Segen: Wie stehe ich am Altar? Wie falte ich meine Hände? Mache ich einen Überleitungssatz zum Segen und wie genau ist dann meine Körperhaltung und auch da: Wann schlage ich das Kreuz? Uns alle hat es doch sehr überfordert und festgestellt: Übung macht den Meister! ABER: Es war so toll bereits in der 2. Woche so viel praktisch ausprobieren zu können. Auch die Eingangsliturgie wurde kurz geübt..dieses Kyrie…hilfe! Zum Glück haben wir in der 3. Woche liturgisches Singen und Stimmbildung. Ich habe riesen großen Respekt davor in der Kirche zu stehen und das Kyrie, das Gloria Patri, in excelsis etc. zu singen.. Aber umso schöner war es, dass wir auch schon eine Einheit zur Hymnologie gemacht haben: Wie ist das Gesangbuch aufgebaut? Welche Epochen sind enthalten und welche Lieder könnten sich wann anbieten? Natürlich haben wir gaaaanz viele Lieder selbst gesungen 🙂

Herrenhausen: In Hannover ist meine Vikariatsgemeinde. Am 10.3 wurde ich dort im Familiengottesdienst mit einer Tauferinnerung und Kinderchor eingeführt. Etwas aufgeregt war ich schon..das erste Mal in der neuen Gemeinde. Alles ist so unbekannt: ein neuer Kirchraum, viele neue Menschen, neue Akustik, teilweise neue Abläufe.. Aber der Gottesdienst hat mir riesen großen Spaß bereitet. Ich habe einen wunderbaren Mentor, der humorvoll und begeistert ist und sehr großen Spaß an seinem Beruf hat. Er freut sich eine Vikarin zu haben und mich anleiten zu dürfen. Es ist spannend die „Neue“ zu sein und jeder fragt ganz gespannt: Wo kommen Sie her? Wo wohnen Sie? Freuen Sie sich hier zu sein? Warum sind Sie hier gelandet und nicht wo anders uvm?

Aus einer Woche Hogwarts kam ich also in Hannover an und wurde sehr herzlich begrüßt. Zum ersten Mal bin ich freudig zur Gemeinde geradelt und ich freue mich sehr auf die neuen Herausforderungen, auf das bunte Gemeindeleben und was dieser Beruf alles umfassen kann.

Das Vikariat lebt von der Spannung zwischen Predigerseminar und Gemeinde immer wieder hin und her zu reisen. Einige empfinden es als anstrengend, einige als genau richtig. Bisher empfinde ich es als aufregend und freue mich auf meine Kollegen und Kolleginnen. Der entscheidende Satz der Studienleitung zu uns ist: Dort wo Sie sind, dort sind Sie richtig 😉

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